Zu zweit ein Buch über trauernde Jugendliche

„Schreiben Sie ein Buch über Trauerarbeit mit Jugendlichen!“, sagte die Verlegerin zu mir auf der Frankfurter Buchmesse 2015. Ich: „Ein wichtiges Thema, aber das muss eine Expertin, ein Experte machen …“  Verlag und ich haben uns auf die Suche gemacht und gelangten durch einen persönlichen Tipp in den hohen Norden nach Bremen zu Beate Alefeld-Gerges, der Gründerin von Trauerland.org, einem Zentrum für trauernde Kinder und Jugendliche. „Ein Buch?“, sagte sie überrascht, „eine ganz neue Erfahrung, aber das klingt spannend!“ Ein Telefon und für uns beide stand fest: „Wir ergänzen uns.“ Und so fing alles an. Eine kreative Nord-Süd-Zusammenarbeit via Telefon, Mails und Arbeitstreffen in München.

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Für mich ein total bereicherndes Projekt: Beate gab mir eine Menge Einblick in ihre Arbeit und Erfahrungen. Wir haben eifrig diskutiert, Methoden weiterentwickelt und auch Impulstexte entworfen, die helfen sollen, über dieses schwere Thema ins Gespräch zu kommen.  Wir lassen im Buch bewusst ganz viele Jugendliche, mit denen Beate gearbeitet hat, zu Wort kommen – und das ganz unzensiert. Die Erwachsene bekommen so Einblicke in ihre authentische Gedanken.

Jetzt, knapp 1,5 Jahre später, lese ich die Druckfahne, gehe die letzten Korrekturen durch und freue mich riesig auf dieses Buch. Ich wünsche ihm eine grosse Resonanz – vielleicht leistet es einen kleinen Beitrag dazu, dass mehr und unverkrampfter über das Thema gesprochen wird – und Beate Alefeld-Gerges wünsche ich ganz viele Einladungen zu Workshops und Kursen, denn von ihr könnt eine Menge lernen. Also, bucht sie, damit sie mit unserem Buch ganz häufig in den Süden kommt! 🙂

Infos zum Buch Trauerarbeit mit Jugendlichen

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„Fitness-Junkie“ geht in die 2. Auflage!

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Wahnsinn: mein Jugendbuch über Fitnesssucht geht bereits in die 2. Auflage – und das nach etwas mehr als 2 Monaten! Ein grosses Dankeschön an alle LeserInnen und an alle Medien, die so intensiv über das Buch berichtet haben (Zeitungen, Zeitschriften, TV, online). Besonders gefreut hat mich die Rezension von lesefieber.ch Dieser und anderen Reaktionen entnehme ich, dass auch viele, die mit Sport wenig oder gar nichts am Hut haben, mit „Fitness-Junkie“ etwas anfangen können.

Mit „Fitness-Junkie“ an die Oberstufenschulen!

Nur noch ein paar Tage und dann bin ich mit diesem Buch an Schulen in der Zentralschweiz auf Tour, werde aus „Fitness-Junkie“ vorlesen und mit Schülerinnen und Schüler über das Thema Sportsucht und Körperkult ins Gespräch kommen – ich bin schon sehr gespannt auf den Austausch! Und: Bei der Lesung an der dabux-Premiere im September habe ich gemerkt, dass sich „Fitness-Junkie“ sehr gut für Lesungen eignet und ein hervorragendes „Material“ ist, um daraus vorzulesen: viele Dialoge, kurze Sätze, ein schnelles Tempo …

Alle Infos zur 2. Auflage von „Fitness-Junkie“

Jugendliche als Journalisten im Einsatz

dichnummer1-452x600Seit Frühling begleite ich eine Gruppe von Jugendlichen, die den Auftrag haben, ein eigenes Magazin „von Jugendlichen für Jugendliche“ zu entwickeln. Ende September ist nun die erste Ausgabe erschienen. Ein grosses Kompliment an die zwölf Nachwuchsjournalistinnen und Nachwuchsjournalisten!

Lasst die Jugendlichen ihre Ideen umsetzen!

In vielen Fortbildungen und Workshops in den letzten Jahren habe ich viele Erwachsene ermutigt, auf die Jugendlichen zu hören und ihnen auch möglichst viel Freiheit zu geben, um ihre Ideen zu verwirklichen – selbst, wenn wir es als Erwachsene ganz anders machen. Ja, ich weiss, das ist einfacher gesagt als konkret umgesetzt. Ein besondere Herausforderungen waren die Redaktionssitzungen.

Bei den Diskussionen über die Inhalte musste ich mich manchmal an den Stuhl anbinden und mir auf die Zunge beissen, damit ich nicht den kreativen Prozess unterbrach oder gleich mit „Das geht nicht… “ oder „Wäre es nicht besser …“ die Gespräche unterbrochen habe. Es hat sich gelohnt – denn die erste Ausgabe d(ich) (so heisst das Magazin) ist eine spannende Mischung aus verschiedenen Themen, die Jugendliche beschäftigen. Die Jugendlichen haben eine Menge gelernt – und auch ich!

„Wann ist jemand oder etwas schön?“

Bemerkenswert: Promi-Interviews und ähnliches wurde bei den Sitzungen gar nicht vorgeschlagen. Stattdessen standen für die Jugendlichen folgende Themen fest: Ein Interview mit einem jugendlichen Flüchtling, die Auseinandersetzung mit Schönheitsidealen. Und: Die Jugendlichen kannten sich vor dem Projekt nicht. Aber dank Social Media bauten sie sehr schnell intensive Kontakte auf und waren bald ein eingeschworenes Team – auch wenn sie in den verschiedensten Ecken der Ostschweiz wohnen.

Es ist noch gar nicht so lange her, da habe ich als Jugendlicher bei solchen Medienprojekten mitgemacht und mir oft gewünscht, es würde noch mehr Möglichkeiten geben, erste Erfahrungen als Journalist zu sammeln. Zum Glück gibt es jetzt eine mehr. Daumen drücken, dass dieses kirchliche Jugendmedienprojekt Zukunft hat!

Warum mich Buch-Bewertungen von Kindern und Jugendlichen am meisten freuen

Fünf Sterne machen einen glücklich, ein Stern lässt einen leer schlucken: Wie wahrscheinlich fast jeder andere Autor checke auch ich die neuen Online-Rezensionen zu meinen Büchern. Die Spannung ist dann besonders gross, wenn das Buch gerade erst erschienen ist und die allerersten Bewertungen eintreffen. Eigentlich ist jede Bewertung ein Kompliment: Da hat sich jemand Zeit genommen, sich mit meinem Buch auseinandergesetzt und sogar noch eine Bewertung verfasst – keine Selbstverständlichkeit!

Wenn Kinder und Jugendliche bewerten

Als Autor von Kinder- und Jugendbüchern freue mich natürlich besonders, wenn ein Kind oder ein Teenager schreibt, dass ihm mein Buch gefallen hat – wie zum Beispiel über die Besprechung von Anna (13) zu „Nächtelang und meilenweit“. Hier könnt ihr sie nachlesen Eine bessere Motivation für einen Autor gibt es wohl kaum!

Wer schon mehrere Bücher veröffentlicht hat, hat auch gelernt, mit kritischen oder negativen Feedbacks umzugehen – manchmal kann man als Autor von Feedbacks lernen oder wird durch sie für Dinge sensibel, die einem vorher gar nicht bewusst waren. Das war zum Beispiel bei der Rezension auf dem österreichischen Schuportal so: Hier hat sich  jemand sehr viel Zeit genommen und sich differenziert mit den verschiedenen Kapiteln beschäftigt.

Können Sie das begründen?

Manchmal kommt es aber auch vor, dass man die Rezension zwei oder drei Mal liest und nicht nachvollziehen kann, was der Leserin, dem Leser nicht gefallen hat. Wie soll man sich als Autor in solchen Situationen verhalten? Einfach ignorieren? Oder mit der Rezensentin, dem Rezensenten Kontakt aufnehmen und ihn um ein paar Präzisionen bitten?

Präzise und differenziert

Ich rezensiere als Journalist schon seit etwa fünfzehn Jahre Filme, Bücher und Alben und war da auch nicht von allem begeistert: Aber immer habe ich mich bemüht, eine Begründung zu liefern, meine Einschätzung möglichst präzise und differenziert zu erklären. Dies, so bin ich überzeugt, ist ein respektvoller Bewerter dem Leser und dem Künstler schuldig. Denn ja: Bewertungen sind oft sehr subjektiv geprägt, gerade deshalb ist es fair, zu erklären, warum man mit einem Film, einem Song oder einer Ausstellung seine Mühe hatte.

Fitnessucht bei Jugendlichen

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Jugendliche im Muskelwahn. Trainieren bis zum Umfallen. Immer mehr Teenager schlucken Proteinpräparate, um den perfekten Sixpax oder Biceps zu erhalten. In den letzten Monaten berichteten zahlreiche Medien über den Trend Fitnesssucht bei Jugendlichen: Teenager trainieren nicht weil sie besonders gesund und „fit“ sein wollen, sondern einzig allein, weil sie sich in den Kopf gesetzt haben, einen Körper zu bekommen, der mit seinen Muskeln alle in den Schatten stellt.

Diese Realität beobachte ich schon länger im Fitnessstudio, in dem ich trainiere: Die Sportlerinnen und Sportler dort sind zwar älter als 14 oder 15, aber keine Frage: Auch hier gibt es den einen oder anderen, der mit Extremtraining, ganz strengen Ernährungskonzept und durch Unterstützung von irgendwelchen Präparaten, ganz versessen an seiner ultimativen Körperoptimierung arbeitet – dabei wäre sein Körper sowieso schon mehr als durchtrainiert!

„Wenn ich total krasse Muskeln habe, dann falle ich auf, dann bekomme ich Aufmerksamkeit!“

 Was steckt hinter diesem Trainings-Wahn?

Im Jugendbuchbereich hat sich noch keine Autorin, kein Autor – soweit ich das überblicke –  mit diesem Thema beschäftigt. Deshalb habe ich nun eine kurze Erzählung „Fitness-Junkie“ geschrieben. Sie spielt im Fitnessstudio und handelt von einem Jugendlichen, der total versessen Gewichte stemmt und seine Muskeln immer weiter „aufpumpen“ möchte. Er ist das, was in den Medien als „Spornosexueller“ bezeichnet wird. In diese Geschichte sind viele meiner Beobachtungen, Gespräche mit Jugendlichen, Experten und Recherchen der letzten zwei Jahre eingeflossen. Unter anderem habe ich mich mit Dennis Fröhlich, Ernährungs- und Fitnessexperte aus Schaffhausen, über dieses aktuelle Phänomen unterhalten. „Manche Jugendliche trainieren so versessen, weil sie sich nach Aufmerksamkeit und Anerkennung sehnen. Sie sind überzeugt: Wenn ich total krasse Muskeln habe, dann falle ich auf, dann schauen mich die anderen an, dann bekomme ich Aufmerksamkeit!“

Geschichte und Experten-Interview

„Fitness-Junkie“ ist ganz gezielt eine knackig-kurze Geschichte geworden, im Anhang ist zusätzlich ein Experten-Interview mit Dennis Fröhlich zu finden. So ist „Fitness-Junkie“ auch für Jugendliche spannend, die nicht gerne oder nicht viel lesen. Ich hoffe, dass „Fitness-Junkie“ viele zum Nachdenken und Schulklassen zum Diskutieren bringt. Für diese gibt es als kostenloses Download Arbeitsblätter zum Thema Fitnesssucht. So kann das Thema Fitnesssucht  ganz einfach im Unterricht thematisiert werden: Was ist der Sinn von Fitnesstraining? Und welches Mass ist gesund?

Weitere Informationen zum Buch „Fitness-Junkie“

 

 

 

Wenn Jugendliche Papst wären

messages„Messages für die Welt“ am Bodenseekirchentag – oder: Wie lassen sich Jugendliche mitten im Festival-Trubel zum Schreiben motivieren?

Was würdest du der Welt mitteilen, wenn du Papst wärst? Wie würdest du deine Superkräfte einsetzen? Die Juseso Thurgau und ich haben uns für den Bodensee-Kirchentag 2016 in Konstanz für die Jugendlichen ein besonderes Angebot einfallen lassen. Wir wollten junge Menschen zum Schreiben aktivieren und dabei „Messages an die Welt“ sammeln. Dazu haben wir witzige Bild-Blachen erstellen lassen, hinter denen sich schreibwillige Kirchentagbesucher positionieren und als Papst, Superwoman oder Superman fotografieren lassen konnten. Der originelle Blickfang war schon von weither zu sehen!

Flüssigkreide auf Schiefertafel

Meine Aufgabe war es, Jugendliche und auch Erwachsene zum Schreiben zu motivieren: Bewaffnet mit Schiefertafel und Flüssigkreide sprach ich Passanten an: „Welche Message wolltest du der Welt schon immer mal mitteilen?“ Meistens stiess die Frage auf Überraschung und sorgte für Kopfzerbrechen. Kaum einer hatte bisher darüber nachgedacht. Ein Skandal! Sollte sich nicht jede und jeder bewusst sein, dass sie oder er der Welt etwas mitzuteilen hat und dies auch kann? Mit ein bisschen Unterstützung begann es meistens zu sprudeln, spannende Statements landeten auf der Schiefertafel, so dass unsere „Ergebnis-Wand“ im Laufe des Tages sich immer mehr füllte. Als kleines „Dankeschön“ wurden alle Teilnehmenden mit ihren Statements fotografiert. Das ausgedruckte Bild durften sie als Erinnerung mit nach Hause nehmen.

Dieses Projekt soll nachhaltig sein: Die Aktion soll auch an anderen Jugendveranstaltungen präsent sein. Ihr habt Lust, auch mal Statements zu sammeln? Dann nehmt mit der Juseso oder mir Kontakt auf. Vielleicht sind die „Messages für die Welt“-Blachen schon bald bei euch vor Ort zu Gast.

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Schnappschüsse vom Bodensee-Kirchentag

Stundeneinstiege Religion – 3. Auflage ist da!

Über welche Postsendungen freuen sich AutorInnen besonders? Über Belegsexemplare, vor allem wenn sich dabei ganz überraschend um die 3. Auflage handelt:

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Meine „55 Stundeneinstiege Religion“ sind ab sofort in der 3. Auflage erhältlich! Damit wird der Start in die nächste Religionsstunde nicht nur ein Kinderspiel, sondern auch ein Vergnügen 🙂

Weitere Informationen zu diesem Titel